Kaunertal

Presseaussendung Agrarorganisationen Ötztal

 
Das Ötztaler Wasser muss im Ötztal bleiben!

Grundbesitzer aller 13 betroffenen Agrarorganisationen sagen Nein
zu den Ausbauplänen der TIWAG im Kaunertal


•    Ötztaler Wasser muss im Ötztal bleiben
•    Unser Wasser wird für Landwirtschaft, Tourismus und eigene                                                    Wirtschaftsvorhaben gebraucht
•    Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Kinder und Enkel sicherstellen
•    Jede Nutzung muss zu einer Wertschöpfung führen, die im Tal bleibt
•    Vorgeschobenes Hochwasserargument ist unglaubwürdig
•    Weder TIWAG noch Land Tirol haben bisher Gespräch gesucht!

Sölden, am 8. November 2012 – Die etwa 50 Grundbesitzer und Nutzungsberechtigten (organisiert in Agrarorganisationen) des hinteren Ötztals treten geeint gegen die Pläne der TIWAG auf, die Ötztaler Gewässer aufzustauen und in den Gepatschspeicher im Kaunertal zu leiten. „Alle betroffenen Bauern der 13 Agrarorganisationen aus Obergurgl, Vent und Zwieselstein haben sich in Vollbeschlüssen einstimmig gegen diese geplante Maßnahme der TIWAG ausgesprochen. Unser Wasserschatz muss für die nächste Generation im Ötztal bewahrt bleiben“, sind sich die Bauern und Grundbesitzer einig. „Wir brauchen unser Wasser dringend selber, etwa für die Landwirtschaft, den Tourismus, und die zukünftigen Ötztaler/innen. Nicht dass wir grundsätzlich gegen Wasserkraft sind, nur die Wertschöpfung und die Wasserrechte müssen im Tal bleiben.“


Keine noch so gut gemeinten finanziellen Entschädigungen könnten diesen Verlust jemals aufwiegen. Gerade im Hinblick auf den rasanten Rückgang der Ötztaler Gletscher, gewinnen unsere wertvollen Wasserressourcen noch mehr an Bedeutung. Mit diesem kostbaren und für uns lebenswichtigen Gut muss äußerst sorgsam umgangen werden!


„Wenn die Pläne der TIWAG realisiert werden, geht der reiche Wasserschatz des Ötztals für immer verloren“, warnt Reinhard Scheiber, Obmann der Agrargemeinschaft Obergurgl vor den Folgen des Kaunertal-Projekts. „Welcher Experte kann uns schon sagen wie sich das Klima hier entwickeln wird? Vielleicht müssen wir in einigen Jahrzehnten unsere Felder bewässern, damit überhaupt noch etwas wächst. Sollen unsere Söhne, Töchter und Enkel dann bei der TIWAG ums Wasser betteln? Für uns Bauern ist klar: Das Wasser muss im Tal bleiben. Unser Wasserschatz ist für die TIWAG-Pläne unantastbar.“
Markus Pirpamer, Obmann der Agrargemeinschaft Vent und Hüttenwirt der Similaunhütte pflichtet ihm bei und weist zusätzlich auf die Bedeutung des Wasserschatzes für einen nachhaltigen und sanften Tourismus hin.


„Die Wanderer und Bergsteiger kommen von überall her zu uns, weil sie hier noch eine unberührte Natur vorfinden. Solche Landschaften werden heutzutage immer seltener, sie stellen nicht zuletzt auch eine wichtige Einnahmequelle dar und dürfen nicht leichtfertig zerstört werden.“


Der Obmann der Agrargemeinschaft Zwieselstein, Jakob Prantl, widerspricht einem Argument der TIWAG zum Hochwasserschutz. „Dass die Ableitung des Wassers vor Hochwasser schützen soll, kann ich nicht nachvollziehen, und widerspricht unseren Lebenserfahrungen. Wenn der Gepatschspeicher nämlich voll ist und im Ötztal Hochwasser ist, dann gibt es keine Ableitung. Hochwasserschutz ja, aber richtig!“


Die TIWAG-Pläne laufen den Interessen der Bauern und Nutzungsberechtigten eindeutig zuwider. Daher stellen die Agrarorganisationen klar: „Wir lehnen den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal entschieden ab und werden alles unternehmen, dass kein Tropfen Wasser aus dem Ötztal abgeleitet wird. Wir wissen, dass dies der richtige Weg fürs Ötztal ist und erwarten uns, dass unsere Landwirtschaftsvertreter vom Landhaus in Innsbruck bis hinauf ins Ministerium unsere Interessen vertreten, und sich nicht den Stromspekulationen der TIWAG verpflichtet fühlen!“ so die einhellige Meinung. Im Übrigen haben weder die TIWAG noch das Land Tirol jemals die konkreten Pläne vorgestellt und unsere Meinung dazu eingeholt. Eine solche Vorgangsweise lehnen wir ab.

Weitere Informationen:
Reinhard Scheiber, E-Mail: pillerhof@obergurgl.com, Tel. 0664/5347718
Markus Pirpamer, E-Mail: info@similaunhuette.com,  Tel. 0676/5074502
Jakob Prantl, E-Mail: gampethaya@riml.at, Tel. 0664/2400246
 
 

Weitere Pressemeldungen:

WWF Presseaussendung vom 08.11.2012 "WWF fordert Nachdenkpause für Kaunertal-Kraftwerk" >

 

Presseaussendung vom 08.11.2012 Agrarorganisationen Ötztal "Das Ötztaler Wasser muss im Ötztal bleiben!" >

 

Tirol heute vom 8.11.2012 "Nicht unser Wasser" >

 

derStandard.at "Tiroler Bauernaufstand gegen Kraftwerk" >

 

derStandard.at "Bauern gegen Tiwag-Kraftwerk auf Barrikaden" >

 

tirol.orf.at "Bauern massiv gegen KW-Kaunertal-Ausbau" >

 

ttonline "Bauernaufstand gegen die Kraftwerkspläne der Tiwag" >

 

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Toni Knittel

Von Kindheit an waren im Lechtal Dinge wie freie Umlagerungsstrecken, Tiere wie die Gefleckte Schnarrschrecke oder ...

Toni Knittel