Kaunertal

Presseaussendung

 

WWF weiht Flussheiligtum Ötztaler Ache ein

Die Lebensader des Ötztals muss für die Nachwelt bewahrt werden


Vent, Innsbruck, am 2. Mai 2013
– Der WWF installiert heute in der Söldener Gemeinde Vent, eine reich bebilderte Informationstafel über die Bedeutung, Schönheit und Schutzwürdigkeit der Ötztaler Ache. Der Tiroler Wildfluss mit seinen Zuflüssen Gurgler und Venter Ache, zählt zu den wertvollsten Flüssen Österreichs. Seit 1998 sind die Achen offiziell Nationales Flussheiligtum und müssen vor jeglicher Beeinträchtigung verschont werden. Gemeinsam mit Vertretern Tiroler Bürger, die für die Naturschätze der Heimat kämpfen, setzt der WWF damit ein Zeichen gegen die TIWAG-Pläne im Kaunertal. „Der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt der Flüsse droht der Garaus, wenn die Achen aus dem Ötz- ins Kaunertal umgeleitet werden“, warnt Thomas Diem vom WWF.
 
Bereits seit dem Jahr 1998 ist die Ötztaler Ache Österreichisches Flussheiligtum. Damals verpflichteten sich das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und der WWF gemeinsam, diese und 73 andere besonders wertvolle heimische Flussstrecken, dauerhaft vor Eingriffen zu schützen. Außer der Ötztaler Ache, tragen in Nordtirol nur noch der Lech und der Rißbach das Prädikat Flussheiligtum.

Neben ihrer herausragenden ökologischen Bedeutung für europäische Besonderheiten an Fauna und Flora wie etwa die geschützten Vögel Alpenmauerläufer und die Gebirgsstelze, ist die Ötztaler Ache auch ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Kajakrevier. Auch heuer treffen sich dort wieder die weltbesten Wildwasserpaddler zur Kajak-Extrem-Weltmeisterschaft. Die Veranstaltung stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für das Ötztal dar. Bernhard Steidl, Extremkajaker und Inhaber einer Kajakschule, schwärmt: „Gerade im Sommer, wenn die meisten Flüsse in den Alpen nur wenig Wasser führen, kommen wir hier auf unsere Kosten: Die Ötztaler Ache bietet von Mai bis Oktober Wildwasser in allen Facetten und ist ein Weltklasse-Kajakrevier!“

Auch für den Venter Gastwirt Konrad Klotz, stellen die intakten Fluss- und Naturlandschaften des Ötztales die Grundlage für den touristischen Erfolg der Region dar und dürfen nicht leichtfertig verspielt werden. „Unsere Gäste kommen wegen der traumhaften Naturkulisse zu uns ins Ötztal, und nicht um entlang von Flüssen, die nur noch traurige Rinnsale sind, zu wandern“, unterstreicht Klotz.

Dennoch liegen Pläne für gleich mehrere Kraftwerke an der Ötztaler Ache und ihren Zuflüssen auf dem Tisch. Das  konkreteste Projekt ist das von der TIWAG angestrebte Vorhaben zum Ausbau des Kraftwerks Kaunertal, das vorsieht, die Gurgler und Venter Ache  im Ötztal aufzustauen und durch einen etwa 25 Kilometer langen unterirdischen Tunnel ins benachbarte Kaunertal überzuleiten.

„Dieses Projekt käme einem ökologischen Supergau gleich, denn zusätzlich zur Zerstörung der Gurgler und Venter Ache würde auch noch das einzigartige, nahezu unberührte Platzertal überstaut werden“, betont Thomas Diem vom WWF. „Gerade jetzt nach der Landtagswahl, erwarten wir von ÖVP-Minister Nikolaus Berlakovich, dass er sich gegenüber seinen Parteifreunden in Tirol massiv für den Schutz des Flussheiligtums Ötztaler Ache einsetzt“,   fordert Diem heute in Vent.  „Wir hoffen, dass die Info-Tafel des WWF mithilft, die Naturschönheiten der Region zu bewahren und das Kraftwerk Kaunertal zu verhindern“, pflichtet ihm Christoph Praxmarer von der Bürgerinitiative Lebenswertes Kaunertal bei.

Markus Pirpamer, Hüttenwirt und Bauer fasst abschließend zusammen: „ Als Bauer lebe ich von und mit der Natur. Der Aufstau von Gurgler und Venter Ache würde das ganze Flussregime verändern, mit weitreichenden Folgen für Natur und Grundwasser. So dürfen wir mit unserer Umwelt nicht umgehen, die wir von den kommenden Generationen nur geborgt haben.“

Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203,
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Thomas Diem, Kampagnenleiter Kauneral des WWF, Tel. 0676/83 488 304,

E-Mail: thomas.diem@wwf.at

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Karl Merkatz

... darf nicht weiter den Profitinteressen der Energiekonzerne geopfert werden.

Karl Merkatz